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Cranio-mandibuläre Dysfunktion

Entstehung/Methodik

Die Cranio-mandibuläre Dysfunktion, also Funktionsstörung der Kiefergelenke, hat in den letzten Jahren eine starke Zunahme bei Erwachsenen und Kindern erfahren.
Weil immer mehr Zahnärzte, Kieferorthopäden Orthopäden, Physiotherapeuten usw. fachübergreifend zusammenarbeiten, sind verschiedene Behandlungsmethoden entwickelt worden.
In Hamburg gab es schon vor ca. 20 Jahren erste Fortbildungen in dieser Richtung, an denen wir auch teilnahmen.
Neben den zahnärztlichen/ kieferorthopädischen Befunden (z.B. Zahnfehlstellungen) ist ein deutlicher Zusammenhang mit anderen Ursachen wie psychische Überlastung, Depressionen, Haltungsproblemen oder neurologischen Erkrankungen bekannt.
Die CMD stellt also keine lokale Erkrankung dar.
Behandelt wird mit manualtherapeutischen Konzepten
Cranio-Sacraler/visceraler Osteopathie
Funktionaler Integration ( Feldenkrais)
CMD nach Krafta,
Fußreflexzonentherapie,
Akupunkt-, Triggerpunktbehandlung
Begleitende Maßnahmen:
Wärmetherapie = Heiße Rolle,
Moor-Packungen, Wärmepacks

 

Behandlungsziele/Wirkungsweise

Die Vorgehensweise richtet sich nach der individuellen Ausgangssituation des Patienten, da die Ursachen zunächst durch einen Befund ergründet werden muss.
Behandlungsziel ist u. a., die Balance des Kopfes auf der Wirbelsäule zu ermöglichen und damit den Kiefergelenken Entlastung zu verschaffen.
Auf der Grundlage von zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Diagnosen werden folgende Ziele verfolgt:
Schmerzbehandlung des Kiefers und der angrenzenden Regionen wie Schädelknochen und Halswirbelsäule
Entspannung der beteiligten Strukturen, Kaumuskulatur, Nackenmuskulatur
Bewegungs- und Bewusstseinsschulung der Kiefergelenke und Umgebung
Entlastung von Patienten mit besonderen körperlichen/psychischen Belastungen mittels Entspannungsmaßnahmen durch Erhöhung der Gesamtbeweglichkeit und -dynamik des Körpers.
Erarbeitung stressreduzierender Gewohnheiten und ihre Umsetzung
(z. B. Fehler beim Eigentraining, zusammengepresste Zähne, ungünstige Schlafpostionen, u.v.m.)

 

Was der Volksmund sagt

„Beiße die Zähne zusammen, da musst du durch“
„Der hat Biss“
„Mit den Zähnen knirschen vor Wut … Ärger“
Es gibt keinen Bereich des Körpers, der in unserer modernen Gesellschaft so vom Rest des Menschen und seiner Befindlichkeit abgekoppelt ist wie die Zähne.
Bei Schmerzen geht man zum Zahnarzt und lässt „reparieren“.
Die Erfassung von Zusammenhängen und Behandlungskonzepte in diesem Sinne spielten bisher vorwiegend in der Naturheilkunde und in der Psychologie eine Rolle.
Durch die interdisziplinäre Vernetzung kann diese Lücke in unserem heutigen Körperverständnis geschlossen werden.
 (W. Maier-Léger 2010)

 

Indikation

Schmerzen des Kiefergelenkes
Einschränkung der Kaubewegung (Mundöffnen o. schließen)
Zähneknirschen
Begleitung bei der Versorgung von Aufbiss-Schienen
Migräne
Tinnitus, Gesichtsschmerzen
Schwindel
Arthrose
Hoher psychischer oder seelischer Druck
Große Lebensbelastungen

 

Hinweis

Häufig ist das Auftreten von Kiefergelenksschmerzen eine Verkettung vieler Veränderungen im „Funktionssystem Körper“, die als „chronische Beschwerden“ akzeptiert und integriert waren.
Das Kiefergelenk stellt dann als „Spitze des Eisberges“ dar.
Große Lebensanforderungen sowie psychischer oder seelischer Druck sind Ursachen im Hintergrund, die Beschwerden in den Kiefergelenken verursachen können.
Für eine Beschwerdeverbesserung sind oft grundlegende Maßnahmen zur Spannungsherabsetzung des Betroffenen Voraussetzung für den Behandlungserfolg.

 

Information

Für die Behandlung der CMD dient die Zertifikatsleistung „Manuelle Therapie“ als Basis.
Spezielle Weiterbildungen werden zur Durchführung benötigt.
Die Verordnung erfolgt häufig über den Arzt, den Zahnarzt oder den Kiefernorthopäden.
Verordnungen von „Doppelbehandlungen“ mit Moorpackungen oder anderer Wärmetherapie schaffen den Rahmen für eine effiziente Behandlung.
Bedingt durch die Komplexität der Problematik ist die von den Kassen vergütete Behandlungszeit einer einfachen Behandlung nicht ausreichend.
Sie können auch Privatleistungen im Rahmen der Prävention in Anspruch nehmen.

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